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Passionssonntag, Palmsonntag, Karwoche & Ostern

Aus Tod und Trauer entstehen Freude und Hoffnung

Mit dem 5. Sonntag der Fastenzeit, der auch "Passionssonntag" genannt wird, beginnt für uns katholische Christinnen und Christen die Passionszeit, die mit Ostern endet. Wir erinnern uns an die Leidensgeschichte Jesu Christi: Mit großem Triumph zieht Jesus in die Stadt Jerusalem ein, dann wird er verraten, verurteilt und gekreuzigt. Doch Jesu Tod ist nicht das Ende! Mit der Auferstehung an Ostern feiern wir die Hoffnung auf neues Leben und damit auch das zentrale Geheimnis unseres Glaubens. 

Warum werden unsere Kreuze verhüllt?

Ab dem Passionssonntag - das ist der Sonntag vor Palmsonntag - werden die Kreuze in unseren Kirchen mit einem lila Tuch verhüllt und bleiben dies auch bis zum Ende der Karfreitagsliturgie. Doch warum machen wir das?
In den letzten zwei Wochen vor Ostern beschäftigen wir uns intensiv mit dem Leiden und Sterben Jesu. Wir verhüllen die Kreuze, um stärker an Jesu Erniedrigung und sein Leiden zu denken. Oftmals sind die Kreuze kunstvoll gestaltet und passen damit nicht in diese Tage. Das Konzil von Trient (1547 bis 1563) schaffte die Grundlage. Im Messbuch von 1570 wurde dieser Brauch schließlich offiziell festgelegt: "Vor der ersten Vesper des Passionssonntages werden die Kreuze und Bilder verhüllt", heißt es darin. Allerdings gibt es in dieser Zeit auch eine Ausnahme...

Palmsonntag!

Hier wird das Kreuz unverhüllt gezeigt - geschmückt mit Palmzweigen. Es zeigt einen kleinen Ausblick auf Ostern... Jesus wird von den Toten auferstehen.

Palmsonntag

Jetzt sehen wird das Kreuz unverhüllt. Es ist geschmückt mit Palmzweigen. Es zeigt einen kleinen Ausblick auf Ostern... Jesus wird von den Toten auferstehen! 

Der Palmsonntag ist der letzte Sonntag der Fastenzeit und eröffnet die Karwoche. Wir erinnern uns daran, wie Jesus mit großem Triumpf in Jerusalem eingezogen ist. Die Menschen haben ihn mit Palmzweigen begrüßt.  In unseren Gemeinden werden zu Beginn der Gottesdienste Palmzweige gesegnet, die die Gläubigen dann mit in die Kirche und den Gottesdienst und später nach Hause nehmen. Im Gottesdienst hören wir die Passion Jesu, also seine Leidensgeschichte. Die Stimmung am Palmsonntag ist zweigeteilt - wir freuen uns über Jesus und sein Wirken, wissen aber auch um das darauffolgende Leiden.

Im Rahmen der Kommunionvorbereitung treffen sich die Kommunionkinder mit ihren Katechetinnen und Katecheten und basteln gemeinsam Palmstöcke.

Gründonnerstag - die Feier des letzten Abendmahls

An diesem besonderen Donnerstag erinnern wir uns an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern gefeiert hat. Durch diese Abendmahlfeier hat Jesus die Eucharistie eingesetzt. Bis heute ist die Eucharistie der Mittelpunkt in der Heiligen Messe. Mit dem Gründonnerstag beginnt auch das „Triduum Sacrum“. Was bedeutet dieser Begriff? Hiermit werden die drei heiligen Tage bezeichnet, in denen wir das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu feiern.

Wie läuft die Abendmahlsmesse ab und warum?
Die Messe am Abend steht ganz im Zeichen des letzten gemeinsamen Mahls Jesu mit den Jüngern. In einigen Gemeinden findet nach der Predigt eine Fußwaschung statt als Zeichen für die dienende Liebe, zu der Jesus seine Jünger aufgerufen hat. Auch das gegenseitige Händewaschen kann ein Zeichen dieser dienenden Liebe sein. Bei diesem Gottesdienst haben wir die Möglichkeit die Kommunion in beiderlei Gestalt, also nicht nur die Hostie als Leib Christi, sondern auch den Wein als Blut Christi zu empfangen.

Die Messe endet ungewöhnlich: Es gibt keinen feierlichen Schlusssegen und kein normales Ende. Alles bleibt seltsam offen. So wird deutlich, dass die Ereignisse von Gründonnerstag, Karfreitag und Osternacht zusammengehören und eine einzige große Feier bilden.

Nach der Messe wird das Allerheiligste an einen besonderen Ort in der Kirche gebracht. Dort bietet sich für uns die Gelegenheit noch eine Zeit lang in Stille zum Gebet und zur Anbetung zu verweilen. Diese stille Zeit erinnert an die Nacht, in der Jesus vor seinem Leiden im Garten Getsemani gebetet hat und seine Jünger eingeladen hat, mit ihm zu wachen.

Karfreitag

Wir denken an die Kreuzigung Jesu auf dem Hügel Golgotha vor den Toren der Stadt Jerusalem. Ein trauriger Tag, der in Stille und Besinnung begangen wird. Auf vielfältige Weise beten wir in unseren Gemeinden den Kreuzweg. Alle Gottesdienste stehen im Zeichen der Karfreitagsliturgie.

In den frühen Morgenstunden treffen sich Gläubige in Thomasberg und gehen von dort zum sog. "Sonnenaufgangsplatz" auf dem Oelberg. Während ein schweres Holzkreuz mit auf den Weg genommen wird, werden Stationen des Kreuzweges gebetet.
In den Talgemeinden treffen sich die Menschen mittags zum ökumenischen Kreuzweg und gehen auf dem Bittweg zum Petersberg. Ziel ist die barocke Kapelle Sankt Peter oben auf dem Petersberg, wo der Abschlusssegen erteilt wird.

Den Karfreitag mit Kindern und als Familie erfahren? Hierzu haben wir ein besonderes Angebot... die Karfreitagsliturgie für Familien. Üblicherweise laden die meisten Gemeinden am Karfreitag zu Kinderkreuzwegen ein. Wir feiern aber schon seit 20 Jahren eine Familienliturgie, die alle Elemente der Karfreitagsliturgie (Passion, große Fürbitten,  Kreuzverehrung, Kommunionfeier) hat. In diesem Jahr laden wir Sie um 15:00 Uhr in die Pfarrkirche Zur Schmerzhaften Mutter nach Ittenbach ein.

Eine moderne Möglichkeit, den Kreuzweg Jesu zu betrachten haben die Gläubigen in unserer Outdoor-Kreuzweganlage in Ittenbach. Etwas versteckt am Ortsrand liegt die Anlage an der Logebachstraße. Hinter einem schmiedeeisernen Tor beginnt ein Weg mit vierzehn Stationen aus Stein, die den Leidensweg Jesu Christi darstellen. Bis heute ist diese Anlage ein besonderer Ort der Besinnung. Inmitten der Natur können Besucherinnen und Besucher zur Ruhe kommen und den Kreuzweg Jesu meditieren. An den einzelnen Stationen sind QR-Codes angebracht, die mit dem Smartphone gescannt werden können. Über eine entsprechende App lassen sich so einzelne Sequenzen eines Hörspiels abrufen, die die jeweiligen Stationen des Kreuzweges eindrucksvoll hörbar machen. Auf diese Weise kann der Kreuzweg jederzeit und individuell erlebt werden – als persönlicher Weg der Besinnung, begleitet von Texten und Stimmen, die die Ereignisse des Leidensweges Jesu lebendig werden lassen.

Auf Karfreitag folgt der Karsamstag, der Tag der Grabesruhe, mit dem auch die Karwoche endet.

Die Osternacht

In der Nacht zum Ostersonntag feiern wir in unseren Gemeinden die bedeutendste Nacht im ganzen Kirchenjahr - Die "Nacht der Nächte" - die Osternacht. Jesu ist auferstanden, er hat den Tod besiegt und es gibt wieder Hoffnung.
Dieser Gottesdienst beginnt außerhalb des Kirchgebäudes mit einer Lichtfeier. Auf dem Kirchplatz brennt das Osterfeuer, an dem die Osterkerze das erste Mal entzündet wird. An der Kerze, die zunächst noch unverziert ist, werden Wachsnägel angebracht, die an die Kreuzigung Jesu erinnern sollen. Jedes Jahr an Ostern wird eine neue Kerze entzündet. Die Buchstaben Alpha und Omega - der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets - sind als Symbol dafür, dass Jesu der Anfang und das Ende unseres Lebens ist, auf der Kerze zu sehen.
Nach der Lichtfeier ziehen die Gläubigen in die dunkle Kirche und es ertönt der Ruf: „Lumen Christi“ („Christus, das Licht“) und wir antworten: „Deo gratias“, das heißt „Dank sei Gott“.  Nach und nach wird es in der Kirche heller durch die vielen kleinen Osterkerzen, die wir an der großen Kerze entzünden.
Ein Wortgottesdienst beginnt, es schließt sich die Tauffeier an, gefolgt von der Feier der Eucharistie, das Abendmahl. Am Ende wird die Gemeinde mit einem feierlichen Segen entlassen. Im Anschluss finden unsere Agapefeiern statt.