Eudenbach:Neuer Organist in Eudenbach
Vorstellung des neuen Organisten
Viele Gottesdienstbesucher in Eudenbach haben sich bestimmt schon gefragt, wer da neues an der Orgel sitzt und die Gottesdienste musikalisch gestaltet. Seit einigen Monaten spielt Robert Buchholz aus Aegidienberg überwiegend sonntags in Eudenbach die Orgel. Wir möchten ihn vorstellen. Erfahren Sie etwas über seine Leidenschaft für dieses Instrument und was ihn abseits der Orgelbank bewegt. Das Interview führte Josef Göbel.
Herr Bucholz, lassen Sie uns etwas über Ihren bisherigen Lebensweg erfahren und wie Sie zur Orgel als Lieblingsinstrument kamen.
Mit 12 Jahren habe ich meine erste Messe gespielt – also vor 54 Jahren! Da war das Lehramtsstudium mit den Fächern Musik und kath. Religion irgendwie folgerichtig. Lehrer an einer Duisburger Gesamtschule, Konrektor an der GHS Lohmar, Schulleiter an der Hauptschule in Much und in den letzten 12 Jahren vor meiner Pensionierung Schulreferent des Erzbistums Köln waren meine beruflichen Stationen. Die Orgel war immer und überall dabei! Aber auch in anderen musikalischen Feldern war ich gerne aktiv: Chorleitung, viele Jahre im Tenor des Philharmonischen Chores Bonn und im Kölner Bachverein, Komposition von Schülermusicals und über 50 Liedern für den Religionsunterricht in der Grundschule waren einige Schwerpunkte.
Was tun Sie gern, wenn Sie nicht an der Orgel sitzen?
Ich koche leidenschaftlich gerne – besonders dann, wenn die Familie mit 3 Söhnen, den Schwiegertöchtern und 4 Enkeln das Haus stürmt. Daneben bin ich fußballbegeistert (EffZee) und interessiere ich für alles aus Geschichte und Politik.
Was hat Sie nach Eudenbach geführt und worauf freuen Sie sich besonders bei Ihrem neuen Einsatz im Oberhau? Gab es schon Verbindungen hierher? Wie hat die Gemeinde Sie bisher aufgenommen?
Die letzten 25 Jahre war ich kirchenmusikalisch ganz fest im Kloster Heisterbach verortet. Durch die priesterliche Vakanz dort suchte ich ein neues Betätigungsfeld – und fand es in Eudenbach – der Heimatgemeinde meines leider schon verstorbenen Vaters. Meine Großeltern hatten hier ein Lebensmittelgeschäft (später dann geführt von Familie Wolf). Vom ersten Tag an habe ich hier in freundliche Gesichter schauen dürfen – ich habe das Gefühl, willkommen zu sein.
Welche Rolle spielt die Kirchenmusik für Sie im Gottesdienst und welche musikalischen Akzente wollen Sie setzen?
Hier kommen wieder meine Fächer Musik und Religion zusammen: Gott ist und bleibt für uns Menschen Mysterium, unfassbar – unser Verstand kann ihm nicht wirklich nahe kommen. Die Musik spricht uns auf anderen Ebenen an. Sie kann tiefer und berührender sein als Worte. Mit dem Verstand stehen wir nur am Ufer des unendlichen Wassers. Die Musik aber kann sein wie ein Steg hinaus – wenigstens ein paar kleine Schritte. Diese Schritte den Menschen in den Gottesdiensten zu ermöglichen, zu erleichtern ist für mich die eigentliche Aufgabe der Kirchenmusik – auch für mich hier in Eudenbach.
Ein Zweites kommt hinzu: der große Theologe und Organist Wolfgang Bretschneider hat einmal gesagt: „der Organist ist der wichtigste Konzelebrant der Liturgie“. Ich versuche daher immer, die Texte des Tages, den Ort in der Liturgie und alle Inhalte des Gottesdienstes in meine Planungen und mein Spiel einzubeziehen. Die Lieder und die Art, wie ich sie spiele, sollen niemals zufällig oder belanglos sein.
Wenn Sie drei Wünsche für Ihre musikalische Arbeit in Eudenbach offen hätten, welche wären das?
Schön wäre es, wenn ich die genannten Akzente setzen könnte. Ich freue mich immer über Rückmeldungen und Anregungen und hoffe, dass ich mit meiner Arbeit in den Gottesdiensten die Gemeinde in diesen schwierigen Zeiten stärken kann.

