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Monika Effelsberg - eine neue Kommunionhelferin

Monika Effelsberg hat die Ausbildung zur Kommunionhelferin absolviert und wird künftig als Kommunionhelferin im Gottesdienst mitwirken. Im folgenden Interview erzählt sie Carina Henseler-Leven, was sie zu diesem Dienst bewegt hat, wie die Ausbildung ablief und welche Aufgaben sie künftig übernehmen wird.
Datum:
30. März 2026

In vielen Gottesdiensten unserer Gemeinde wirken neben dem Priester auch engagierte Ehrenamtliche mit. Eine wichtge Aufgabe übernehmen dabei Kommunionhelferinnen und Kommunionhelfer. Sie unterstützen bei der Austeilung der Heiligen Kommunion und helfen so mit, dass der Gottesdienst würdig und gemeinschaftlich gefeiert werden kann.
Damit jemand diesen Dienst übernehmen darf, braucht es eine Vorbereitung und eine offizielle Beauftragung durch das Erzbistum Köln. In einer speziellen Ausbildung setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Bedeutung der Eucharistie, dem Ablauf der Liturgie und den praktischen Aufgaben im Gottesdienst auseinander.

Monika, du hast die Ausbildung zur Kommunionhelferin gemacht. Wie bist du zu diesem Dienst gekommen?

Ich bin schon seit ein paar Jahren Lektorin. Dies bedeutet für mich nicht nur einfach hingehen, vorlesen, fertig. Ich bereite mich zu Hause vor, versuche den Sinn der Texte zu erfassen, für mich zu deuten und dann geht’s ans laute Vorlesen. Meine Familie kennt daher meist die Lesungen, die in der Messe vorgelesen werden, weil sie hören können, wenn ich übe und über manche Stellen verbal oder inhaltlich stolpere. Die Auseinandersetzung mit den Bibeltexten finde ich sehr interessant, denn ich lese sonst nicht täglich in der Bibel. Schon lange habe ich überlegt, neben der Verkündigung des Wort Gottes noch einen Schritt weiter im Dienst der Gemeinde zu gehen.

Gab es einen bestimmten Moment oder eine Erfahrung, die dich dazu bewegt hat, diesen Schritt zu gehen?

Den letzten Ausschlag gab eine liebe Bekannte, mit der ich u. a. gemeinsam auf der Lektorenfortbildung war. Sie hat mich oft ermutigt, Dinge zu tun, von denen ich dachte, ich schaffe das nicht. Es hat immer geklappt und wir haben uns dann beide gefreut. Letztes Jahr fragte sie bei mir an, ob ich sie Palmsonntag als Lektorin vertreten könnte, weil sie erkrankt war. Am Palmsonntag, ich wollte gerade zur Kirche gehen, erreichte mich die Nachricht, dass sie in der Nacht verstorben war. In der Messe die Texte zu lesen, die eigentlich sie gelesen hätte und dabei nicht in Tränen auszubrechen hat mir echt einiges abverlangt. Ich habe um dieses Ereignis herum noch einige ergreifgreifende Erfahrungen und Begegnungen, die ich gar nicht alle erzählen kann. Jedenfalls hat dies alles mir den Anstoß gegeben, mich im Pfarrbüro zu melden und mich zur Ausbildung als Kommunionhelferin anzumelden.

Welche Bedeutung hat der Glaube und die Teilnahme am Gottesdienst für dich persönlich?

Gott ist für mich kein Zauberer, der scheinbar willkürlich Gebete und Bitten erhört und mit erhobenem Zeigefinger lauert, ob ich was falsch mache. Ich glaube an einen liebenden, gütigen Gott, der mit mir unterwegs ist und mir beisteht. Die Hoffnung auf das ewige Leben ist mir besonders wichtig. Wenn nach dem Tod nichts wäre… für mich ein schrecklicher Gedanke. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Menschen komplett ohne Glauben und der Hoffnung, die man daraus schöpfen kann, leben können. Die Messe sehe ich als Zeit für mich und Zeit mit Gott. Ich finde zur Ruhe und fühle mich in unseren Riten und mit unseren Gesängen zu Hause. Das Tolle an katholischen Messen ist, dass sie weltweit identisch ablaufen. So konnte ich im Petersdom die Messe mitfeiern, ohne ein Wort italienisch zu sprechen. Und dass Jesus Christus in Brot und Wein „live“ dabei ist, tja, ich weiß gar nicht, wie man es ausdrücken kann. Großartig!

Warum entscheiden sich Menschen deiner Meinung nach dafür, Kommunionhelfer zu werden?

Meine Gründe haben ich ja schon genannt. Das wird bei den anderen ähnlich sein. Oft spielt ein religiöses Erlebnis eine Rolle oder es ist gerade Bedarf in der Gemeinde.

Was hat dich persönlich besonders motiviert, diesen Dienst zu übernehmen?

Ich sehe das als Erweiterung meines Lektorendienstes (Verkündigung von Gottes Wort). Als Kommunionhelferin bringe ich Gott zu den Menschen. Außerdem engagiere ich mich gerne.

Welche Rolle spielt dabei das Gefühl, Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen?

Ich übernehmen grundsätzlich gerne Verantwortung, bringe mich gerne ein, gestalte gerne mit und bin gerne Teil eines Teams. Ist doch super, wenn man gebraucht wird und einem etwas zugetraut wird.

Wie läuft die Ausbildung zur Kommunionhelferin im Erzbistum Köln ab? Welche Inhalte werden in den Schulungen vermittelt?

Bisher wurden die „Azubi-Kommunionhelfer“ in einem eintägigen Seminar in Köln ausgebildet. Seit 2026 sind zwei Tage dafür angesetzt. Ich wurde für einen Samstag im September 2025 ins Maternushaus eingeladen. Dort erwartete Udo Casel mich schon freudig. Es waren insgesamt fast 20 Teilnehmende im Kurs. Ging, wie fast überall, mit einer Vorstellrunde los. Dann wurde u.a. in Kleingruppen gearbeitet zu Themen wie
- Liturgie-theologische Grundlagen der Eucharistie
- Geschichte, Aufgaben liturgie-theologische Begründung
- Anleitung zur Praxis der Kommunionspendung (Kommuniondienst, Kelchkommunion, Krankenkommunion, Eucharistieverehrung, Literaturhinweise)

Was hat dich während der Ausbildung besonders beeindruckt oder vielleicht auch überrascht?

Überrascht hat mich eine junge Teilnehmerin, die sich richtig aufgeregt hat, als es um die Mundkommunion ging. Sie war die Einzige in der Gruppe, die auf der Mundkommunion besteht. Ich habe nur meine erste heilige Kommunion als Mundkommunion erhalten. Danach nie wieder. Ich dachte, dass heutzutage nie mand mehr darauf besteht. Aber wenn mal jemand mit diesem Wunsch kommt, bin ich jedenfalls vorbereitet. Hoffentlich nimmt das jetzt nicht die halbe Gemeinde als Aufforderung. Den Hinweis, dass ich die Kommunion gerne mit einem Lächeln spenden und die Gläubigen ansehen darf, fand ich sehr positiv. Wir verteilen ja nicht einfach ein Stückchen Brot, sondern spenden etwas Großartiges und dabei ganz verkniffen zu gucken entspricht dem nicht.

Wie erfolgt die offizielle Ernennung zur Kommunionhelferin?

Man bekommt eine Beauftragungsurkunde, die vom Erzbischof unterschrieben ist. Die Beauftragung gilt für vier Jahre und kann anschließend vom zuständigen Pfarrer zweimal um jeweils weitere vier Jahre verlängert werden.

Erinnerst du dich noch an den Moment, als du die Beauftragung erhalten hast? Wie hast du dich dabei gefühlt?

Ich habe die Beauftragungsurkunde in der Karnevalsmesse in Sankt Pankratius überreicht bekommen. Meine Familie, das Bläsercorps Auelgau, das Prinzenpaar und die Funken saßen dabei alle kostümiert rund um den Altar. Trotz aller „Jeckheit“ war es für mich ein ernster, feierlicher Moment und ich war sehr gerührt.

Welche Verantwortung ist mit dieser Aufgabe verbunden? Welche Aufgaben übernimmst du konkret während des Gottesdienstes?

Ich hole die Hostienschale mit den bereits konsekrierten Hostien aus dem Tabernakel und stelle sie auf den Altar. Dann helfe ich bei der Kommunionausteilung. Manchmal kommen Eltern mit kleinen Kindern und bitten um einen Segen. Das mache ich sehr gerne. Später bringe ich die überzähligen gesegneten Hostien wieder in den Tabernakel. Die Verantwortung, die ich dabei trage ist natürlich erstmal, dass ich zuverlässig bin und überhaupt zum Dienst erscheine. Mit einem Lächeln die Kommunion austeilen bedeutet nicht, dass man breit grinst oder den Leuten bei der Austeilung noch was erzählt. Man sollte dem Anlass entsprechend auftreten. Lange, rotlackierte Fingernägel, dick aufgetragenes Make-Up und Kleidung, die alle Blicke auf mich lenken würde, sind nicht angemessen und würden in der Gemeinde ganz sicher Fragen aufwerfen.

Gibt es auch Dienste außerhalb der Messe, zum Beispiel bei der Krankenkommunion?

Krankenkommunion habe ich bisher noch keine gespendet.

Worauf achtest du besonders, wenn du die Kommunion austeilst? Was bedeutet dieser Dienst für dich persönlich?

Vor der Kommunionausteilung ist die Handdesinfektion wichtig. Da ich noch ganz neu bin, habe ich immer die Sorge, hinzufallen und die Hostienschale oder einzelnen Hostien fallen zu lassen. Mir ist wichtig, den Leib Christi nicht wie am Fließband zu verteilen, sondern kurz den Blick und hoffentlich auch die Gedanken meines Gegenübers auf das zu lenken, was sie empfangen.

Vielen Dank für deine offenen, ehrlichen und berührenden Antworten.

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