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Alltagspropheten gesucht!

Alltagspropheten gesucht! – Die Stiftung Eisbacher Marienkapelle wurde in das Förderprogramm und Forschungsprojekt „Sich umeinander sorgen – sozialpastorales Engagement vor Ort (SOPA)“ aufgenommen.
Datum:
2. Apr. 2026

Alltagspropheten gesucht! – Die Stiftung Eisbacher Marienkapelle wurde in das Förderprogramm und Forschungsprojekt „Sich umeinander sorgen – sozialpastorales Engagement vor Ort (SOPA)“ aufgenommen

„Wir suchen Katholikinnen und Katholiken, die für andere Menschen Verantwortung übernehmen. (…) Gesucht sind Rollenvorbilder des Menschlichen, Sozialen und Spirituellen, mit denen wir gemeinsam die alltagsprophetische Bedeutung ihres Engagements ausloten und stärken möchten.“ Als wir im Sommer 2025 diese „Suchmeldung“ auf der Homepage der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen entdeckten (https://katho-nrw.de/forschung-und-transfer/forschungsprojekte/sopa), fühlten sich die Stiftungsvorstände Elisabeth Mankerts und Burkard Severin angesprochen. Denn die Initiatoren des Förderprogramms und Forschungsprojekts SOPA wollten „den Blick auf alltägliche, oft wenig sichtbare Formen des Sorgens, in denen sich gesellschaftlicher Zusammenhalt konkret situativ gestaltet und bewährt“ und hier besonders auf „kleine Gruppen bzw. lokale Sorgegemeinschaften (caring communities)“ richten.

So haben wir uns im Sommer 2025 schriftlich beworben und erhielten im Oktober Besuch von einer Mitarbeiterin des Projektteams, die ein dreistündiges Sondierungsgespräch in Eisbach durchführte und mit uns einen Rundgang durch unser Dorf machte, um die Kapelle und andere „Spuren des Engagements der Stiftung" in Augenschein zu nehmen. Am 22. Dezember erhielten wir dann die freudige Nachricht, dass die Jury uns als eines von 15 Projekten aus den mehr als 65 Bewerbern für das Förderprogramm und Forschungsprojekt SOPA ausgewählt hatte.

Neben einer finanziellen Förderung von 15 TS Euro (bereitgestellt durch den „Ralf-Dohle-Gedächtnisfonds“), über deren Verwendung wir frei verfügen dürfen, findet über einen Zweijahreszeitraum bis Februar 2028 ein Begleitprogramm statt, das dem Austausch und der Vernetzung der ausgewählten Projektteilnehmer dienen soll. Von der Katholischen Hochschule NRW wird dieser Prozess wissenschaftlich begleitet und evaluiert (katho NRW, Prof. Dr. Ulrich Feeser-Lichterfeld).

Der öffentliche SOPA-Auftakt erfolgte Anfang Februar bei einer zweitägigen Kick-off-Veranstaltung in der Katholischen Akademie Schwerte. Dort lernten wir die Vertreter der übrigen ausgewählten Projekte und Initiativen sowie das Projektteam kennen. Wir sind gespannt, wie unser Engagement in den kommenden beiden Jahren durch unsere Mitarbeit bei SOPA inspiriert wird und was wir voneinander lernen werden.

Als Stiftung haben wir drei Aufgaben: die Sorge für das Gebäude der denkmalgeschützten Eisbacher Marienkapelle, die Sorge für das, was wir in der Kapelle feiern, und die Sorge für unser Dorf und seine gute Weiterentwicklung. Natürlich freuen wir uns als „gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts“, die nicht aus kirchlichen Mitteln unterstützt wird, sondern sämtliche Ausgaben ausschließlich aus Spenden bestreiten muss, über die finanzielle Förderung. Sie kommt zur rechten Zeit, da wir die Heizung in unserer Kapelle erneuern müssen.

Mehr noch tut uns die Wertschätzung unseres ehrenamtlichen Engagements gut, die wir durch die Aufnahme in das Förderprogramm und das Forschungsprojekt erfahren. Denn SOPA will sichtbar machen, dass sich inmitten gesellschaftlicher und kirchlicher Krisen und Umbrüche Menschen aus offener oder stiller religiöser Motivation heraus Verantwortung für andere übernehmen, Zusammenhalt und Verbundenheit stärken und ein prophetisches Signal der Solidarität hinein in Gesellschaft und Kirchen senden. Dies praktizieren wir in Eisbach seit vielen Jahren - eigenverantwortlich und selbstorganisiert. Manchmal denken wir, dass wir in dieser Weise schon vorwegnehmen, wozu uns die bis 2029 von der Leitung des Erzbistums Köln verordnete Fusion der 16 noch rechtlich selbständigen Pfarreien zu einer einzigen Pfarrei in der „Pastoralen Einheit Siebengebirge“ nötigen wird: Gemeindeleben selbst in die Hand zu nehmen (oder zu Grunde zu gehen).

 

Burkard Severin