Eudenbach Archiv
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Die Eudenbacher Krippe
Was wäre Weihnachten in Eudenbach ohne die wunderschöne Krippe in der Kirche und den prächtigen Weihnachtsbaum mit all seinen Lichtern – einfach undenkbar für die meisten, egal ob jung oder alt. Ende der 1950 er Jahre stifteten Eugen und Gisela Römp die Krippe inkl. der Figuren. Die Figuren wurden von dem Königswinterer Bildhauer und Töpfer Matthias Wagner geschaffen, der auch den Ittenbacher Kreuzweg an der Logebachstraße sowie die Eingangstür der Ittenbacher Pfarrkirche geschaffen hat. Der Stall wurde von Ehepaar Römp akribisch mit durchgeschnittenen Korken als Außenfassade versehen. Die Bekleidung der Tonfiguren wurde von Hilde Winkler unterstützt von Gisela Römp geschneidert, ebenso der dunkelgrüne Vorhang, der das Untergestell verdeckt. „Ich weiß noch genau, dass der Vorhang zunächst bis zum Boden reichte. Aber auf Wunsch von Pfarrer Kreuser, dem es dadurch zu kalt im Chorraum war, habe ich ihn gekürzt, denn der Verhang verdeckte auch den Lüftungskanal der Heizung...“, erinnert sich Hilde Winkler.
Am letzten Sonntag vor Heiligabend werden die handgefertigten großen Tonfiguren aus ihren Kisten geholt, liebevoll angekleidet. Nach dem Aufbau des Krippen-Untergestells, das Herbert Limbach seinerzeit gefertigt hat, beginnt die Feinarbeit: die Gestaltung der Krippenlandschaft mit Unmengen Moos Steinen und sonstigen Naturmaterialien, auf jedem Fall aber mit sehr viel handwerklichem Geschick und Liebe zum Detail. Jede Figur hat ihren festen Platz, egal ob die Heilige Familie im Stall, der strahlende Hirte mit seinen Schafen, die ehrerbringende Zigeunerin oder Ochs und Esel. Über allem wacht ein Engel und es erstrahlt der wegweisende Abendstern, den einem bereits beim Betreten der Kirche ins Auge fällt. Nur die Weisen aus dem Morgenland haben am Heiligabend im Stall zu Bethlehem noch nichts verloren – diese finden erst zum Dreikönigsfest am 6. Januar den Weg dorthin.
Mit viel Muskelkraft wird der bis zur Decke reichende Tannenbaum aufgestellt und mit unzähligen Kerzen versehen, die uns diese wundervolle Zeit erhellen. Zum Schluss folgt noch das Ausrichten der Figuren, damit jede von ihnen in ihrem besten Licht erscheint.
Ilse Kurenbach